Porsche Informatik GmbH
Einführung der Multi-Projektmanagementsoftware Blue Ant bei der arvato infoscore GmbH:
Integration der Multi-Projektmanagement-Lösung Blue Ant via Web Services
Wir haben mit Ing. Josef
Bayrhammer, neben Mag. Franz Löcker, verantwortlich für die Einführung
von Blue Ant bei der Porsche Informatik GmbH gesprochen.
Herr Bayrhammer, bitte beschreiben Sie kurz die Porsche Informatik GmbH
Als Tochter der
Porsche Holding sind wir einem großen Namen verpflichtet. Unser
Anspruch: Die besten Softwarelösungen im Automobilhandel herzustellen.
Unser Prinzip: Konzentration auf den automobilen Bereich. Der Effekt:
Weil wir das Geschäft genauer kennen als jeder andere, entwickeln wir
die wirksamsten Lösungen. Deshalb setzen immer mehr Kunden in ganz
Europa auf Porsche Informatik und steigern so ihre Wertschöpfung. Seit
vier Jahrzehnten unterstützen wir von Porsche Informatik einige der
erfolgreichsten Automarken: Volkswagen, Audi, Porsche, Seat und Skoda
seien hier genannt. Wir beraten, entwickeln und schulen, wir sorgen für
mehr Effizienz und Wirtschaftlichkeit – mit integrierten
Software-Lösungen nach Maß.
Welche Aufgaben übernehmen Sie innerhalb des Unternehmens?
Die Porsche
Informatik GmbH operiert in den drei Bereichen Großhandel,
Finanzdienstleistungen und Einzelhandel. Ich bin als Bereichsleiter für
die Lösungen im Bereich Großhandel verantwortlich. Hier entwickeln wir
hochintegrierte Lösungen für bestimmte Geschäftsfelder im
Automobilbereich.
Dabei wickeln wir Projekte in eigenverantwortlichen - in den
jeweiligen Problemdomains erfahrenen - Teams nach agilen
Vorgehensmodellen von der Analyse über das Design bis zur Umsetzung und
den Einsatz ab. Trotzdem ist es wichtig, den Gesamtüberblick über alle
Projekte sicherzustellen, um trotz der gelebten Eigenverantwortung
frühzeitig erkennen zu können, ob etwas nicht optimal läuft.
Josef Bayrhammer
Nennen Sie uns bitte ein Beispiel
aus der Praxis, bei der Entwicklungen aus dem Hause der Porsche
Informatik GmbH zum Einsatz kommen?
Wir entwickeln
Weblösungen für Endkunden wie beispielsweise Gebrauchwagenbörsen (z.B.
www.weltauto.com), Neuwagenkonfiguratoren und generische
Kfz-Händler-Web-Auftrittslösungen. Ebenso realisieren wir
Backoffice-Lösungen und Extranet-Lösungen für den Großhandel und unsere
Händler, z.B. unser Händlersystem CROSS, Neuwagengroßhandels-Lösungen,
Ersatzteillogistik-Lösungen, Lösungen für Kampagnenmanagement etc.. In
allen genannten Bereichen können wir neben der Entwicklung auf eine
hohe fachliche Expertise im Automotivbereich zurückgreifen.
Wie viele Projekte setzt Porsche Informatik im Jahr in etwa um? Wie viele Projekte laufen dabei gleichzeitig?
Unser Kerngeschäft
besteht aus Entwicklungsprojekten, von denen wir rund 150 im Jahr
umsetzen. Ein Projekt beginnt bei uns mit einem Aufwand von mehr als
150 Stunden. Projekte, die unter diesem Aufwand liegen, wickeln wir als
Kleinaufträge ab. Im Durchschnitt bearbeiten wir Projekte mit einer
Laufzeit von 400-700 Stunden, wobei die Anzahl der Projektbeteiligten
zwischen einem und 15 Mitarbeitern variiert. Großprojekte können
durchaus eine Laufzeit von 30.000 Stunden haben.
Warum suchten Sie nach einer Projektmanagement-Lösung? Welche Ziele sollten erreicht werden?
Ausschlaggebend war
die schwer handhabbare Steuerung mehrerer Projekte gleichzeitig, also
das Multi-Projektmanagement. Über einzelne Projekte gelang uns der
Überblick noch recht gut, hier hatten sich über Jahre verschiedene
Einzellösungen etabliert. Wir beabsichtigten die Auswahl einer
Projektmanagementumgebung, die es uns ermöglicht, einen Gesamtüberblick
über alle offenen und geplanten Projekte und deren Fortschritt zu
erzielen. Dafür wollten wir eine Lösung, die gut in unsere
Systemlandschaft und unser Zeit- und Tätigkeitserfassung passt, sowie
in unser umfangreiches Abrechnungssystem integrierbar ist.
Weiterhin war es uns wichtig, einen Partner zu finden, der zu
sinnvollen Produkt-Erweiterungen und -Anpassungen bereit ist und der
uns ermöglicht, unseren Idealvorstellungen des Projektmanagements auf
einem gemeinsamen Weg näher zu kommen.
Wie sind Sie bei der Suche vorgegangen und wie auf Blue Ant gestoßen?
Ausgangspunkt war die
Formulierung eines Anforderungskatalogs. Unterstützung erhielten wir
durch die PM-Studie der Uni Osnabrück über eine Reihe am Markt
etablierter Projektmanagementtools, aus der wir weitere Ideen bezüglich
unserer Anforderungen entwickelt haben. Im Zuge von Marktanalysen
stießen wir über eine Pressemeldung auch auf Blue Ant.
Warum haben Sie sich für Blue Ant entschieden?
Die Entscheidung für
ein bestimmtes Projektmanagementtool fiel uns nicht leicht. Positiv
empfanden wir, dass es sich bei Blue Ant um eine relativ junge, allem
Anschein nach noch nicht mit technologischen Altlasten behaftete Lösung
handelt. Die gemeinsam entwickelte Idee, eine Reihe von
Projektmanagementfunktionen über Web Services aus unserem Umfeld
fernsteuern zu können und damit eine bessere Integration in unser
Systemumfeld zu ermöglichen, war sicherlich ein entscheidender Faktor.
Dafür nahmen wir auch in Kauf, dass die Performance der
Blue-Ant-Weblösung nicht immer berauschend ist und das
Web-User-Interface gegenüber einem Windows-User-Interface auch
Bedienungsnachteile mit sich bringt.
Vor der Einführung wurde gemeinsam
mit der proventis ein Workshop veranstaltet. Können Sie uns kurz
berichten, was die Inhalte waren und ob sich dieses Vorgehen später als
sinnvoll erwiesen hat?
Das Wichtigste war
wohl das persönliche »Beschnuppern« des Partners. Wir wollten ein
Gefühl dafür entwickeln, ob wir mit dem Unternehmen und den Personen,
die hinter dem Produkt stehen, langfristig zusammenarbeiten können. Das
hört sich vielleicht etwas unprofessionell an, aber ich glaube das ist
ein wichtiger Aspekt und jeder, der etwas anderes behauptet, ist nicht
ehrlich oder macht es nicht gut.
Blue Ant bot nicht alle Funktionen, die wir benötigten. Wir haben
aber die Entwicklungschancen von Blue Ant gesehen und hatten zudem das
Gefühl, mit der proventis einen Partner gefunden zu haben, mit dem wir
Blue Ant langfristig gemeinsam weiterentwickeln können. Porsche ist
dabei, so muss ich zugeben, sicher nicht der einfachste Partner, da
einige Anforderungen und Organisationsstrukturen sicher anders sind als
bei anderen Unternehmen. Ich muss auch zugeben, dass ein System,
welches exakt unseren Vorstellungen entspricht wahrscheinlich gar nicht
am Markt zu verkaufen wäre, da es für 90% der Unternehmen viel zu
komplex ist.
Sie nutzen Blue Ant via Web Service. Warum halten Sie diese Nutzung für sinnvoll?
Am liebsten hätten
wir unsere Projektmanagementsoftware selbst entwickelt, da bei uns
einiges sehr speziell abläuft. Da wir ein relativ aufwändiges
Zeiterfassungs- und Verrechnungssystem haben und alle evaluierten
Projektmanagementsysteme in diesen Belangen viel zu schwach waren,
wollten wir unsere Systeme weiterhin nutzen. Die Ansteuerbarkeit durch
Schnittstellen sollte uns die Anpassung auf unsere Bedürfnisse
ermöglichen.
Zudem gibt es ständig neue Entwicklungen, auf die wir reagieren
müssen. So setzen wir immer stärker auf SCRUM. Um dieses Vorgehen in
Verbindung mit multinationalem Anforderungs- und Prioritätsmanagement
zu unterstützen, werden wir in naher Zukunft ein zusätzliches Tool
entwickeln und die Daten via Web Services an Blue Ant übertragen. Damit
stellen wir, trotz des laufenden Arbeitens in SCRUM-Iterationen, eine
Gesamtsicht auf das jeweilige Projekt sowie alle anderen Projekte
insgesamt sicher.
Wie verlief die Einführung von Blue Ant? Welche Erfahrungen hatten Sie während der Pilotierung?
Die Einführung einer
gemeinsamen Projektmanagementsoftware in einer IT-Firma mit sehr
eigenverantwortlichen Bereichen ist immer eine besondere
Herausforderung und das war es auch bei uns. Für die Einführung war
viel Überzeugungsaufwand und auch einiges an Druck notwendig. Und wie
oft bei derartigen Änderungen lernt man erst im Zuge des ersten
Nutzungsjahres alle Stärken und Schwächen eines Produkts wirklich
kennen.
Nach einer rund fünfmonatigen Pilotphase konnten wir zu Beginn
unseres Geschäftsjahres im April 2007 Blue Ant wie geplant einführen.
Der Erfolgsfaktor der Einführung waren ohne Frage die bereitgestellten
Web Services. Ohne die Nutzung der Web Services wäre die Einführung
wahrscheinlich problematischer gelaufen.
Gab es spezifische Anforderungen, die angepasst werden mussten?
Die Bereitschaft zu
abgestimmten Produkterweiterungen war bei proventis sehr hoch und in
Abstimmung mit uns wurde bzw. wird die Fernsteuerung der Lösung über
Web Services, die Unterstützung eines Basisplans, die Darstellung von
Burndown-Charts, eine weitere Methode der Projektfortschrittsprognose,
die Messung von Projektfortschritten anhand zeitlich fixierter
Messzeitpunkte und ein verbessertes Projekt-Risikomanagement entwickelt.
Wie viele Mitarbeiter arbeiten mit Blue Ant? Und wie arbeiten diese mit der Lösung?
Momentan arbeiten
rund 250 Mitarbeiter und Freiberufler mit Blue Ant. Blue Ant wird im
gesamten Unternehmen eingesetzt. Damit erreichen wir auch einen
Gesamtüberblick über alle laufenden Projekte im Unternehmen.
Wurden Ihre Anforderungen erfüllt?
Geschafft haben wir
den Gesamtüberblick über unsere Projekte und die teilweise
Fernsteuerung der Projektmanagementsoftware über Web Services. Mit
diesen Ergebnissen sind wir auch sehr zufrieden. Erreicht haben wir
sicherlich, dass die Projektübersicht, Projektfortschrittsverfolgung
und unser Projektcockpit erfolgreich genutzt werden können und die
Lösung zum Dokumentieren eines fixierten Projektplanes gut nutzbar ist.
Sehr gut bewährt hat sich das Zusammenspiel von Blue Ant mit unserer
Systemlandschaft, unserer Zeit- und Tätigkeitserfassung sowie unserem
umfangreichen Abrechnungssystem. Sehr positiv haben wir auch die
Bereitschaft und Reaktionszeit von proventis bei gewünschten
Produktanpassungen und Produkterweiterungen empfunden.
Mit welchen Schwierigkeiten hatten Sie zu kämpfen? Wo muss sich Blue Ant Ihrer Meinung nach verbessern?
Als Schwächen sehen
wir nach wie vor das teilweise etwas mühsame Web-User-Interface und die
teilweise nicht zufriedenstellende Gesamtperformance der
Projektmanagementlösung bei größeren Projekten. Im Bereich der aktiven
Projektplanung und dem Ressourcenmanagement sind wir mit dem bisher
Erreichten noch nicht zufrieden.
Als zukünftige Herausforderungen sehen wir, wie wir die
Projektmanagementlösung noch besser für agile Projektmanagementmethoden
nutzen, einzelne Arbeitsschritte aus SCRUM besser unterstützen und eine
noch bessere Integration der Projektmanagementlösung mit unserem
Anforderungsmanagement schaffen können.
Auch wenn die Entwicklung nicht immer einfach war, so sind wir
mittlerweile auf der Zielgeraden, auf der es für uns zu passen scheint.
Wir haben rückblickend und im Gespräch mit anderen Unternehmen, die
ebenfalls eine PM-Lösung eingeführt haben feststellen können, dass wir
mit Blue Ant einen weit besseren Weg gegangen sind, als andere
Unternehmen.
Porsche ist sicher nicht das einfachste Unternehmen, da wir in
einem hohen Maße eigenverantwortliche Bereiche haben. Da kommt man mit
Verordnungen nicht weit, sondern bei solchen Themen müssen die Leute
bewusst gewonnen werden. Das macht es für solch’ eine Einführung
natürlich doppelt schwer. Alles in allem kommen wir jedoch alle in die
Phase, in der wir sagen, dass es passt.
Wie sehen Sie die künftige Zusammenarbeit der Porsche Informatik GmbH und proventis?
In der Version 5.2
waren die von uns gewünschten und mitbeauftragten Erweiterungen
Basisplan, Burndown-Chart, alternative Projektfortschrittsprognose und
fixierte Messzeitpunkte verfügbar. Weiterhin planen wir Erweiterungen
im Risikomanagement sowie ein Prognosekonzept und den weiteren Ausbau
der Web Services.
Wir hatten während des Auswahlprozesses sicher etabliertere
Lösungen in der Auswahl, vor allem die Amerikanischen. Trotz aller
Probleme in der Vergangenheit sind wir überzeugt, mit Blue Ant die
beste Entscheidung getroffen zu haben.
Herr Bayrhammer, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.